Klassische Medien testen automatisierte Werbung

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Programmatic Radio

Anders als die Buchungsplattform von G+J hat die Audio-Plattform adremes bis heute durchgehalten. Vermarkter, Agenturen und Werbungtreibende werden darüber verbunden. „Adremes realisiert eine Adaption des linearen an das digitale Werbegeschäft und ermöglicht so das elektronische Handeln von Radiowerbeinventaren auch auf digitalen Plattformen“, erklärt Nico Aprile. Auch der Audio-Vermarkter RMS nutzt adremes und fragt darüber öfter mal nach freien Werbeplätzen an. Gleichzeitig arbeitet er aber zusammen mit den Vermarkter-Kollegen der AS&S an der Online-Buchungs-Plattform audioXchange. Diese soll noch in diesem Jahr die bestehenden Prozesse zwischen Vermarktern, Kunden und Agenturen der UKW- und DAB-Sender automatisieren. Angelegt ist die Plattform als Gattungslösung, die offen für alle Marktpartner sein soll.

Lösung Kunden Besonderheiten Kosten
Klassische Marketing- Automation-Systeme, die heute in der Regel auf einer Cloud basieren Große Werbetreibende im Consumer-Bereich, die große Datenmengen zu verarbeiten haben und eher mit standardisierten Prozessen arbeiten, die ggf. an Unternehmensvorgaben angepasst werden
  • Standardisiertes Produkt nach dem Baukastenprinzip
  • Vordefinierte Prozesse, vorgefertigte Module und Bausteine, die zusammengestellt werden
  • Keine eigene Server-Lösung benötigt, da Cloud-basiert
  • Bestandskunden + Neukunden
Die Kosten entstehen auf der Systemseite, d.h. Kunden bezahlen für die Nutzung der Lösung und das Volumen (Clients, Daten, Kampagnen etc.)
Spezialisierte MAS-Lösungen / Plattformen für den Mittelstand und den E-Commerce Kleine und mittlere Unternehmen, die geringere Datenmengen zu bewältigen haben, aber spezielle auf sie und ihre Anforderungen zugeschnittene Prozesse benötigen
  • Offene Schnittstellen, die eine Einbindung in Vertriebsaktivitäten erlauben
  • Schnittstellen zu etablierten Online-Shop- Lösungen
  • Weniger Einrichtungsaufwand
  • Bestandskunden
Kosten entstehen einerseits auf der Systemseite, andererseits auf der Einrichtungsseite. Das heißt, Kunden bezahlen für die individuelle Konfiguration der Lösung
Kostenfreie Open- Source-Lösungen, die für die speziellen Bedürfnisse des Kunden eingerichtet werden Kleine Unternehmen, die eher geringe Datenmengen zu verarbeiten haben, aber stark individualisierte Prozesse benötigen
  • Werden für unternehmensindividuelle Prozesse eingerichtet und angepasst
  • Keine Cloud: benötigen Serverlösung zum Speichern und Verwalten der Daten
  • Sehr hoher Einrichtungsaufwand
  • Bestandskunden
Kosten entstehen auf der Agenturseite oder Dienstleisterseite, um die Lösung im Unternehmen einzurichten
Programmatic- Advertising- Plattformen Werbetreibende, die auf Basis anonymisierter Kundendaten gezielt Neukunden ansprechen wollen
  • Hohe Standardisierung
  • Bestandteil der Programmatic-Advertising- Technologien
  • Keine eigene Serverlösung benötigt, da Abwicklung über Plattformen
  • Neukunden
Kosten entstehen durch die Nutzung einerseits und durch das gebuchte Werbevolumen. Buchung pro Kampagne, keine Einrichtungskosten
Programmatic- Advertising- Plattformen Kunden, die auf Basis von eigenen First-Party- Daten eine Vielzahl von direkten Kundenbeziehungen über „owned“ und „paid“ Kanäle aufbauen und managen wollen
  • Zusammenführung dezentraler Kundendatensilos und Verbindung zu 360-Grad-Profilen
  • „Kampagnen-CDPs“ beinhalten integriertes Kampagnenmanagemment; „Daten-CDPs“ mit Funktionalitäten wie Identitätsmanagement
  • Nutzung der Erkenntnisse für die Gewinnung von Neukunden (z.B. „Lookalike Modellierung“), Ansprache von Bestandskunden
  • Teilweise mit „Predictive Modelling“-Fähigkeiten
  • Keine eigene Serverlösung benötigt, da Abwicklung über Plattformen
  • Schneller Start möglich, i.d.R. leicht erhöhter Einrichtungsbedarf (z.B. Tag Manager Setup)
  • Bestandskunden + Neukunden
Kosten entstehen in der Regel abhängig vom zu verarbeitenden Datenvolumen, je nach Anbieter auch für Einrichtung und Support
Print-Mailings aktivieren Online-Kunden

Schon seit mehreren Jahren zeigt die Deutsche Post, wie man im Zuge der Marketing-Automatisierung einen klassischen Werbekanal an die digitale Werbewelt anschließen kann. Print-Mailing- Automation heißt das Angebot, über das Werbesendungen in die digitale Anstoßkette integriert werden. Damit erscheinen sie als ein weiterer Kanal bei der Konfiguration einer Kampagne im jeweiligen MAS (siehe Grafik oben). Da das Print-Mailing so in die gesamte Welt der Marketing-Automation- Systeme eingebunden ist, kann es ganz bestimmte, genau gezielte Kommunikationsaufgaben übernehmen: Es kann zum Beispiel Konsumenten gezielt ansprechen, die zuvor in einem Online-Shop ein Produkt angesehen, aber nicht gekauft haben. Oder aber Kunden aktivieren, die bislang weder auf Newsletter oder andere Werbemaßnahmen reagiert haben. Die MAS liefert, analysiert und bereitet die Daten dafür entsprechend auf. Durch die Möglichkeit, das Print- Mailing in eine automatisiert ablaufende Kampagne einzubinden, wird der Kunde über einen weiteren Touchpoint entlang seiner Customer- Journey kontaktiert.
Die Deutsche Post hat dazu Partnerschaften mit verschiedenen Anbietern wie zum Beispiel artegic, Apteco, Emarsys, Mautic oder Amtangee geknüpft, die das physische Mailing über offene Schnittstellen in ihre digitalen Plattformen integriert haben. Die Kampagne lässt sich zuvor am Dashboard anlegen, die Empfänger werden personalisiert auf Basis der vorliegenden Kundendaten angesprochen. Die Einbindung des physischen Mailings in die Marketing-Automatisierung sei ein logischer Schritt, um den Brückenschlag zwischen Online und Offline weiter auszubauen, sagt Dirk Görtz, Vice President Dialogmarketing bei der Deutschen Post.
Ein Schritt, der von Werbekunden und Konsumenten offenbar erwartet und sehr geschätzt wird.

Vom Netz in den Druck

Web-to-Print-Lösungen schlagen die Brücke zwischen der Online- und der Offline-Welt. Die Angebote reichen von Visitenkarten über Corporate Shops bis hin zu Self-Service-Lösungen für Print-Mailings.

Ein wichtiges Tool, um die Offline- mit der Online-Welt zu verbinden, sind Web-to- Print-Lösungen. Genau betrachtet heißt dies, dass man damit eine Drucksache bequem am Rechner online gestalten kann und so die Daten generiert, die für einen Druck notwendig sind. Am Ende des Prozesses steht also die Vorlage für ein Dokument, das jederzeit in der gewünschten Stückzahl gedruckt werden kann.
„Diese Art der Druckdatenerstellung ist besonders für kleinere Unternehmen attraktiv und für solche, die sich für bestimmte Druckprojekte nicht ex- tra einen professionellen Grafiker leisten wollen“, erklärt Christina Häußer, Head of Brand Management & Corporate Communication bei dem Anbieter Onlineprinters in Fürth. „Dadurch können die Kosten für Gestaltung merklich gesenkt werden.“ Voraussetzung dafür ist ein Online-Tool, das dem User eine Vielzahl an Vorlagen bietet – Schriften, Farben, Designs und die Möglichkeit, diese mit eigenen Bildern oder Firmenlogo zu ergänzen. Besonders gerne gestaltet werden Visitenkarten, Postkarten und Flyer. Ein beliebter Use-Case sei auch das Erstellen von Kalendern, sagt Häußer.

Die Nachfrage steigt dank vieler Innovationen

„Die Nachfrage nach den verschiedenen Leistungen im Web-to-Print-Bereich nimmt stetig zu“, bestätigt Florian Berr, Director Sales bei Flyeralarm. Das Unternehmen in Würzburg hat deshalb sein Angebot von Lösungen rund um die automatisierte Werbemittelerstellung im Internet kontinuierlich ausgebaut. Das Portfolio umfasst beispielsweise auch sogenannte Corporate Shops. Diese werden eigens für spezielle Kunden eingerichtet, die dort dann personalisierbare Büro- und Marketingmaterialien ordern können. Dazu müssen die Unternehmen Vorlagen hinterlegen, die ihren Gestaltungsrichtlinien entsprechen. Diese Shops können so erweitert werden, dass daraus digitale Marktplätze entstehen, über die Lieferanten und Kunden ihre Beschaffungen abwickeln. Die Nachfrage nach solchen Angeboten steige, Vom Netz in den Druck da der Trend zum Homeoffice auch die Dezentralisierung des Bestellprozesses verstärkt habe, so Berr.
Zu den Innovationen im Bereich der Web-to- Print-Lösungen zählt auch die Self-Service-Plattform für Print-Mailings, die die Deutsche Post vor zwei Jahren eingerichtet hat. Innerhalb von wenigen Minute kann der User dort ein Mailing für eine Kampagne gestalten und gleich die Kosten durchrechnen – Vorkenntnisse benötigt man dazu keine. Laut Post lassen sich so Werbesendungen mit einer Stückzahl zwischen 500 und 300 000 punktgenau an die Zielgruppe bringen.

Schnell und einfach Kunden ansprechen

Auch mit diesem Tool gelingt der Brückenschlag zwischen der Offline- und Online-Welt. Das Print- Mailing kann so ohne größeren Aufwand in eine Kampagne integriert werden. Weiterer Vorteil: Die Adressen werden automatisch auf Vollständigkeit und Zustellbarkeit geprüft. „Das könne sich auch auf die Conversion-Rate auswirken“, heißt es bei der Deutschen Post. Tatsache ist: Viele Unternehmen verschenken bei Print-Mailings Kontaktchancen, weil die Adressen falsch oder mangelhaft sind. Mit dem neuen Tool kann auch die Zahl der Irrläufer bei Mailings signifikant verringert werden.

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